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Was bedeutet Horsemanship und Aikido? Wo ist der Nutzen?

An dieser Stelle möchte ich etwas über diese beiden Systeme erklären, ihren Ursprung und den Nutzen den sie für einander haben erläutern. Gleich vorneweg, ich gebe außerhalb meines Aikido-Dojos keinen Aikidounterricht! Die Prinzipien dieser japanischen Kampfkunst fließen ganz harmonisch und ohne Aufsehen in den Umgang mit den Pferden mit ein. Bitte seit aber offen genug auch unkonventionelle Ansätze zuzulassen. Zum Teil arbeiten wir mit Simulationen an Seil und Zügel oder reiten auch mal ohne Sattel um das Körperliche begreifbarer zu machen.

"Die praxistaugliche Ausbildung von Pferd und Reiter stehen dabei, ganz im Sinne der traditionellen Arbeitsreitweisen, im Vordergrund!"

Inhalte und Begriffsdefinition:

Was ist Horsemanship und warum soll ich das lernem?

Horsemanship, Natural Horsemanship, das Parellisystem und seine Instruktoren, ehemaligen Instruktoren, die Schüler der Schüler davon, usw., bezeichnen ein Konzept im Umgang mit Pferden das seinen Ursprung im Westen der USA hat. Dort nennt man den Umgang einfach horsemanship (californio). Als einige der Hauptkreatoren dieser auf Partnerschaft mit dem Pferd basierenden Methode sind u.a. die Dorrance Brüder (Tom & Bill Dorrance) und Ray Hunt zu nennen. Pat Parelli entwickelte zusammen mit seiner Frau Linda Mitte der 80 Jahre daraus ein Savvysystem, welches diese Ideen aufnahm, strukturierte (Levels System) und erfolgreich vermarktete. Ich denke dem Parellisystem kann man getrost die Bekanntheit des Knotenhalfters und Carrotsticks und dem was man damit macht, anrechnen.

Natural Horsemanship sieht das Pferd als beinahe gleichberechtigten Partner, mit dem man auf Basis von Kommunikation und Psychologie agiert. Jeder der Partner soll seine Aufgaben haben, dem Mensch obliegt das Management dieser Partnerschaft. Dies wird als die natürlichste Art des Zusammenseins angesehen. Im Horsemanship benutzt man bestimmte körpersprachliche Gesten, Techniken, Übungen, Methoden, Equipment und arbeitet dabei an seinem Auftreten, seiner Haltung, Einstellung und seiner Körpersprache. Horsemanship hilft mir mein Pferd besser zu verstehen, zu führen und zu lesen. Man lernt im wesentlichen mehr über sich selber und sieht das Pferd auf Augenhöhe.

Wichtig hier ist, man bezeichnet keinen Reitstil und ist unabhängig von einer praktizierten Reitweise. Die Ursprünge liegen aber klar in der kalifornischen Arbeitsreitweise (westlich der Rocky Mountains) und werden auch dort heute noch so gelebt.

Was ist Aikido und warum soll ich das lernem?

Aikido ist eine  japanische Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba gegründet wurde. Die Wurzeln dieser Kampfkunst liegen im klassischen Schwert-Stockkampf und den Verteidigungsschulen des japanischen Mittelalters.

Aikido ist überwiegend defensiv und es gibt keine Wettkämpfe. Nicht das Siegen steht im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Lernen und die Fähigkeit, sich selbst zu beherrschen.

Aikido versucht nicht einzelne Körperteile zu trainieren, sondern den Körper in seiner Gesamtheit zu schulen und das Einfühlungsvermögen, die Konzentration, Koordination, Kondition und die Reaktion zu verbessern. Grundsätzlich wird dem Angriff kein Widerstand entgegengesetzt. Vielmehr wird versucht, den Angriff in eine runde Bewegung umzulenken, die den Angreifer ins Leere laufen lässt. Wirkungsvolle Wurf- und Hebeltechniken setzen den Angreifer außer Gefecht, ohne ihn zu verletzen.

Ihr seht, hier sind schon die wichtigsten Eigenschaften erklärt, warum jeder Reiter sich mit solchen Themen befassen sollte. Übrigens weitere Informationen über Aikido, wie und wo man das lernen kann usw. findet ihr hier: auf der Verbandsseite des Tendoryu Aikido, dem Stil und Verband von Meister Shimizu dem ich angehöre: https://www.tendo-world-aikido.de/

Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede und muß ich jetzt mein Pferd zu Boden werfen? 

Die Gemeinsamkeiten der beiden Systeme und dadurch der gegenseitige Nutzen liegen quasi auf der Hand. In beiden Künsten vereinen sich eine klare zentrierte Körpersprache, eine aufrechte und achtsame Haltung meiner Umwelt gegenüber, aus einer ruhigen Dominanz entstehendes perfektes Timing und die Lehre der intuitiven unvoreingenommenen Technik.

Ich sollte als fairerweise darauf hinweisen, dass dies alles Eigenschaften sind (neben Kreativität, Spaß, Disziplin und Angagement) an denen man ein Leben lang ernsthaft Arbeiten muss.

Die Unterschiede sollten nicht unerwähnt bleiben. Bei dem einen habe ich ein Pferd an der Hand oder unterm Sattel welches sich erst öffnen muss (i.d.R. wenige Minuten bis 2 Tage), bei dem An deren hab ich es mit menschlichen Partnern zu tun, die oft ein Leben lang daran arbeiten sich zu öffnen und alte Gewohnheiten abzuschütteln. Aber wie heißt es so schön "Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt".

Gibst du auch "normalen" Reitunterricht?

Gegenfrage, was ist normal? Aber selbstverständlich ja und zwar unabhängig von Alter, Rasse oder bisheriger Methode! Ausgehend von meiner eigenen Ausbildung, gebe ich klassischen Reitunterricht (Basisausbildung von Pferd und Reiter, Grundlagen der Remontenausbildung und Anfänge der Hohen Schule, Arbeit in Gelände und Trail, usw. ), Bodenarbeitsunterricht (longieren, gymnastizieren, verladen, führen (folgen, zeigen und weichen), usw.). Rechnet aber immer mit Überraschungen ;-)!

Gibst du auch Parelliunterricht?

Ganz klare Antwort, NEIN! Parelli ist ein klar strukturiertes und lizensiertes System der Menschen- und Pferdeausbildung und mit speziell dafür ausgebildeten Instruktoren bzw. Experten. Das war und werde ich nie. Bei Interesse an dieser Art des Horsemanship wendet euch bitte an https://www.parelli-instruktoren.com/de/ und erkundigt euch nach einem Spezialist in Eurer Nähe. 

Eine spezielle Empfehlung von mir ist Yvonne Salfner 3* Parelli Instruktorin aus der Schweiz. http://www.yvonnesalfner.com/